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Attraktivität eines Köders
Der Hintergedanke beim entwickeln des Köders ist der, das ein Köder kurz nachdem er im Wasser ist, den Karpfen auf diesen Aufmerksam machen soll. Der benutzte Köder sollte eine Futterquelle für den Fisch darstellen und der Platz sollte als Futterplatz dem Fisch in Erinnerung bleiben. Wenn wir einen qualitativ guten Köder füttern, dann wird der Karpfen diesen auch als Nahrungsquelle akzeptieren. Jetzt muss ich nur noch diesen Köder fischen und so kann ich meine Karpfen fangen. Sollten wir aber hingegen einen Köder benutzen der relativ schlecht ist, wird das Interesse des Karpfens sehr schnell sinken und nach kurzer Zeit wird der Fisch diesen Köder gänzlich ignorieren.

Was stimuliert die Karpfen zum Fressen (Fressreiz)
Um die Wirkung eines Lockstoffes zu verstehen, sollten wir wissen welcher Reiz den Karpfen zum Fressen verleitet. Als erstes muss der Karpfen zu reizen sein, das bedeutet der Fisch muss den Drang haben Nahrung aufzunehmen. Die Karpfen weisen oft einen Zyklus auf bei der Nahrungsaufnahme. Die Zeiten können von Gewässer zu Gewässer schwanken. Es hängt auch von der Jahreszeit ab und noch von vielen anderen Faktoren. "Ionisation" ist eine der Ursachen der bei den Karpfen einen Fressreiz ausübt. Diese signalisiert dem Karpfen, das Nahrung in der Nähe ist. Der andere Reiz der zu erwähnen wäre ist die "molekulare Diffundation" das Auflösen von kleinen Teilchen in die Umgebung. Diese ist wiederum von der Temperatur stark abhängig. Im Winter ist die Reizwirkung kleiner als im Sommer.

Ionisation
Die Ionisation ist die Bewegung von positiven und negativen Ionen. Es ist ein chemischer Prozess wo positiv nach negativ (oder umgekehrt) ionisiert wird. Dieses entsteht im Wasser durch unterschiedliche PH-Werte (Säuregrade) der verwendeten Stoffe. Um hier einen Vorteil zu erlangen, müssen wir den PH-Wert der verwendeten Stoffe messen ebenso wie das zu beangelnde Gewässer. Der PH-Wert steht für den Säuregrad eines Stoffes. Je geringer dieser Wert ist um so saurer ist dieser Stoff, je höher dieser ist um so basischer ist dieser Stoff. Der PH-Wert von 7 steht für neutral. Neben dem PH-Wert gibt es noch den PK-Wert. Dieser dient zur Differenzierung der einzelnen Säuren oder Basen. Der Wert zeigt die Stärke einer Säure oder Base an. Es gibt leichte Säuren mit einem hohen PK-Wert die viel besser funktionieren als eine starke Säure mit einem niedrigen PK-Wert. Es ist schwierig hier eine allgemein gültige Regel aufzustellen, da durch Witterungseinflüsse kleinere Schwankungen auftreten können. Diese nennt man auch natürliche Schwankungen. Der PH-Wert eines Angelgewässers ist also wichtig für die Dosierung eines Attractors, doch noch wichtiger ist das Säure Binde Vermögen (SBV) des Gewässers. Ein Wasser mit einem hohen SBV Wert wird viel schneller auf die Schwankungen reagieren. In einem solchen Wasser reagieren die Fische aber viel schneller auf Stoffe die eine Ionisation herbeiführen.

Das SBV wird im allgemeinen so bezeichnet, wie eine Zahl die angibt wieviel Salzsäure zugefügt werden muss, um einen bestimmten PH-Wert zu erreichen. Die Maßeinheit ist ml pro Liter. Es gibt wie schon oben erwähnt, Unterschiede zwischen chemischen und natürlichen Schwankungen. Der Karpfen kann dies aber nicht unterscheiden. Eine natürliche Schwankung ist ein Residuum von lebenden Organismen (abgeben von Teilen). Die chemische Ionisation stoppt zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dieser Moment wird durch das SBV des Wassers und die Stärke der Reaktion vorgegeben. Die Intensität oder Stärke wird durch den Unterschied im
PH-Wert hergestellt.

Molekulare Diffundation
Das auflösen von kleinen Teilen ins Wasser nennen wir Diffundation. Dieses kann man ungefähr mit dem menschlichen Geruchsvermögen beschreiben. Um einen Geruch oder die Spur zu finden, verfügt der Karpfen über verschiedene Geschmacksknospen die sog. Papille. Diese Papillen befindet sich vermehrt auf den Bartfaden und den Lippen des Fisches. Dadurch das kleinste Teilchen des Köders (Geruchs und Geschmackstoffe) den Köder verlassen und sich Wolken bilden, wird so ein großes Gebiet gebildet, welches den Karpfen anlocken kann. Einmal aufgespürt wird der Karpfen so lange suchen bis er die Futterquelle gefunden hat (instinktives Verhalten). Ist der Köder dann gefunden wird der Fisch den Köder weiter inspizieren und dann ggf. fressen.

Attractors
Wir können Köderattraktoren zum einen in flüssige und feste Geschmacksstoffe unterteilen. Diese Zutaten werden dem Köder zugefügt um dem Karpfen zum Fressen zu stimulieren. Doch durch das Kochen entsteht ein ziemlich fester Mantel (Außenhaut) die es erschwert die Inhaltsstoffe abzugeben. In besonders festen Boilies wird es fast unmöglich, das die Attractors aus dem Boilie gelangen können. Doch kann auch von festen Boilies eine nicht zu unterschätzende Wirkung ausgehen. Insbesondere gut auflösbare Inhaltsstoffe in fester Form können trotzdem den Köder verlassen und so locken. Diesen Effekt können wir verstärken, in dem wir die Boilies nicht so lange kochen und sie dadurch weicher sind. Tatsache ist, das ein nicht gekochter Köder die Geschmacks und Inhaltsstoffe am besten freigibt. Ein flüssiger Geschmacksstoff ist daher viel besser als ein fester, wenn er noch gut geeignet ist die hohen Temperaturen zu überstehen, dann wird der Köder sehr attraktiv

Flavours
Wenn wir über flüssige Geschmacksstoffe reden, denkt man in erster Linie an Flavour. Flavours bestehen aus Geschmacksstoffen (Estern) und einem Trägermaterial, dem Lösungsmittel. Oft wird angenommen, das nur der Geschmack einen Unterschied in der Flavoursorte macht. Dies ist aber nicht der Fall. Zum einen bekommt man viel zu wenig Informationen über die verschiedenen Falvoursorten und zum anderen wird man über die Trägermaterialien allzu oft im unklaren gelassen. Für die Angler wird so die Wahl eines Flavours sehr erschwert. Ausnahmen gibt es auf dem Markt zum Glück und so kann der Kunde entscheiden welche Art von Flavour er kauft.

Bei der Wahl eines flavours sollte man folgende Sachen beachten. Zum einen sollte das Flavour gut Wasserlöslich sein. Dieses Auflösungsvermögen führt ja zu der Verbreitung der Duftspur unter Wasser und sorgt dadurch für die Duftspur und Geschmacksspur. Flavours werden im allgemeinen in Boilierezepten benutzt. Die Qualität von diesen, besonders wenn von Estern gesprochen wird, liegt einerseits in der guten Wasserlöslichkeit und andererseits in der guten Kochfestigkeit. Diesen beiden Sachen stehen in einem Zusammenhang. Je weniger gut wasserlöslich ein Esther ist um so kochfester ist dieser und umgekehrt. Ein guter Karpfenflavour sollte einen guten Kompromiss von beiden erzielen.

Ethyl Alkohol
Das Auflösungsvermögen eines Flavours wird unter anderem durch das gewählte Lösungsmittel beeinflusst. Von den handelsüblichen Lösungsmitteln ist Ethyl Alkohol das mit Abstand beste Produkt um Geruchsstoffe in das Wasser abzugeben. Außerdem ist es ein sehr reines Produkt. EA hat im Gegensatz zu anderen Lösungsmitteln keinen Einfluss auf den Geschmack und den Geruch des Flavours. Dies ist auch der Grund warum Cipro EA flavours sehr realistisch und subtil wahr genommen werden. EA löst sich ziemlich schnell im Wasser auf. Gerade in der kälteren Jahreszeit oder in der Instant Angelei ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Von den 6 am meisten benutzten Lösungsmitteln ist EA das am wenigsten gefährliche Produkt, man kann ruhig sagen das es ungefährlich ist. Hingegen sind andere eher gefährlich. Dies erkennt man dann, wenn man die Sicherheitsbeschreibungen der anderen Lösungsmittel einmal genauer anschaut. Man kann also sagen, das EA ein gutes Lösungsmittel darstellt, welches unbedenklich für die Karpfen ist. EA ist das gleiche Ethanol, was auch in unserem Feierabendbier oder in anderen alkoholischen Getränken vorkommt.

Ätherische Öle
Eine besondere Gruppe der natürlichen Flavours stellen die Ätherischen Öle dar. Ätherische Öle sind stark konzentriert und haben eine heilende Wirkung. Ätherische Öle sind flüchtige, ölhaltige Bestandteile von Blumen, Blättern, Sträuchern, Bäumen, Früchten, Wurzeln, Sämereien oder Harzen. Dies sind allesamt Stoffe die in einem Flavour benutzt werden können oder selbständig als Flavour. In Gegensatz zu Alkohol ionisiert Öl ins Wasser, so das auch im Winter eine optimale Signalfunktion von diesem Produkt ausgeht. EA wir sowohl im Sommer als auch im Winter durch Diffundation (Auflösung) für Attraktivität sorgen.

Ätherische Öle werden im allgemeinen durch Destillation oder Pressung von pflanzlichen Materialien gewonnen. Man kann diese in drei verschiedene Arten unterteilen:

  • Terpenen (blumige oder würzige Gerüche)
  • Benzenoiden (aromatische Gerüche)
  • Stickstoff und Schwefelhaltige Verbindungen (scharfe Gerüche)
Léon Derksen
Cipro
Cipro © 2005